Chilli con Tango - Musik für Mandoline und Gitarre

Antes Edition, 2000


Inhalt
Hans Boll 1923
Prelude

Beth Anderson 1950
September Swale

Thomas-Schmidt-Kowalski 1949-2013
Romeo und Julia Fantasie G-Dur, Op.82

Robert Lombardo 1932
Sudden Departures

Kaime Mirtenbaum Zenamon 1953
Chilli con Tango Op.89, Nr.2

Seit der Gründung des Duos Ahlert & Schwab sind die Zeitgenössische Musik und der Kontakt zum Komponisten ein fester Bestandteil unserer Arbeit, und wir konnten viele Werke, die speziell für uns komponiert worden sind, in unser Repertoire aufnehmen. Obwohl die Kombination von Mandoline und Gitarre seit über 200 Jahren im Musikleben integriert ist, brachten sie erst die Komponisten unseres Jahrhunderts auf eine neue kammermusikalische Ebene, auf der beide Instrumente gleichberechtigt zueinander finden. So entstand die Idee, namhafte Komponisten der Region sowie des Auslandes für ein CD-Projekt zu begeistern, welches den künstlerischen Stand dieser Instrumentenkombination der Gegenwart dokumentiert. Dabei war es uns wichtig, daß es das erste Werk des Komponisten für diese Kombination sein sollte, um möglichst viele neue Impulse zu bekommen, und die Auswahl der Werke sollte stilistisch vielfältig und nicht nur für den Kenner der Neuen Musik zugänglich sein..
Die CD wurde gefördert von der GWK und Evivo

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Kritiken

„There are really magical moments"
Ernesto Cordero

"Diese Platte ist in mancher Sicht originell, beeindruckend und zudem eine bemerkenswerte Bereicherung für Mandoline-Gitarren-Duos"
Gitarre aktuell

Zeitgemäße Bereicherung. Obwohl die Duo-Formatierung von Mandoline und Gitarre trotz der eher seltenen Erscheinung nicht ungewöhnlich ist, hat man nicht häufig die Möglichkeit, neues, besser gesagt, modernes Repertoire von dieser Instrumenten-Kombination zu hören. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die Mandoline mit der Brandbreite ihrer klanglichen und musikalischen Möglichkeiten häufug unterschätzt wird und dadurch schwerer Zugang zur sogenannten „Ernsten Musik“ findet als andere Instrumente. Insofern steht sie der Gitarre in nichts nach, könnte man bissig ergänzen... Ubd wenn man die typische Rollenverteilung beider Instrumente einmal betrachtet, so ergänzt sich das Melodieinstrument Mandoline natürlich auch vorzüglich mit der auf Begleitung spezialisierten Gitarre. Diese eher traditionelle, einfache Verteilung der Aufgaben macht aber nicht den Reiz in dieser Instrumenten-Verlobung aus, wie man unschwer auf der neuen CD „Chilli con Tango“ mit dem Mandolinisten Daniel Ahlert und der Gitarristin Birgit Schwab hereuahören kann. Dies Platte ist in mancher Sicht originell, beeindruckend und zudem eine bemerkenswerte Bereicherung für Mandolinen-Gitarren-Duos. Die Idee für das Programm der CD setzt eben dort an, wo es um eine ausgewogene Gleichberechtigung geht, mit der sich beide Instrumente gegenüberstehen (bzw. miteinander musizieren). Das Duo wurde vorstellig bei modernen in- und ausländischen Komponisten uns bat um Werke für ihre Besetzung, Werke aus unserer Zeit. Damit wurde der Grundstein für das Programm der CD gelegt, das das Prädikat einmalig durchaus verdient. Sechs Komponisten steuerten ihre Werke bei, die hier alle als CD-Ersteinspielungen in Erscheinung treten. Das ist eine Besonderheit, die betont werden muss. Als Komponisten entdeckt man auch Namen, die Gitarristen nicht unbekannt sein dürfen: Zunächst ist da der Universalist Egberto Gismonti (*1947) mit dem Srück „Forrobodó“, wobei allerdings unklar ist, ob diese Komposition speziell für das Duo entstand, was zu bezweifeln ist, oder lediglich dafür arrangiert wurde. Das tut der Liebe zur Sache allerdings keinen Abbruch. Jaime Mirtenbaum Zenamon (*1953), der ja viel für und mit Gitarre geschrieben hat, steuerte mit deinem opulenten „Chilli con Tango“ Op.89, Nr.2 nicht nur eine ausgewachsene dreisätzige Sonate bei, sondern auch den Titel der Platte. In diesem durch die Kontinente fliegenden Werk, das sich aber wie bei Zenamon üblich mit Schwerpunkt in Richtung Südamerika wendet, findet sich Ulkiges und Originelles. Das mehr als 20 Minuten dauernde in drei Abschnitte gegliederte Stück ist eine gelungene Klangspielerei mit allerlei musikalischen Anlehnungen und Zitaten, von asiatischen bis zu mexikanischen Tonmalereien und Rhythmen. Zenamon erfindet schöne Melodien und markante Rhythmen und schreckt im letzten Satz nicht davor zurück, Francisco Tárregas „Recuerdo de la Alhambra“ mit Mendelssohns „Hochzeitsmarsch“ zu verstricken (interessant zu hören, dass das Tremolo auf der Mandoline doch sehr viel edler klingt als auf der Gitarre – sorry Francisco!). Das mit knapp zwei Minuten kürzeste Stück der CD schrieb der aus Thüringen stammende Hans Boll (*1923). Sein „Prelude“ ist ein Stück mit reicher Rhythmik und fließender Melodie, die stets vorantreibt. Wie auch das nächste Stück von der in 1950 in Kentucky geborenen Beth Anderson, „September Swale“, ist die Musik, die von vielen verschiedenen musikalischen Richtungen und Einflüssen gekennzeichnet ist, auf der gesamten Platte im tonalen Bereich angesiedelt, wobei „modern“ nicht im Sinne von avantgardistisch (miss)zu verstehen ist. Auch in dem von Anderson beigesteuerten elegischen und mit orientalischen Klängen durchsetzten Werk klingen Zitate von amerikanischen Volksweisen an. Thomas Schmidt-Kowalski wurde 1949 in Oldenburg geboren. Seine Komposition „Romeo und Julia“ bezeichnet er als Fantasie. Beide Instrumente werden hier besonders am Schluss in einem sehr innigen Dialog miteinander verbunden und zum „Liebesthema“ geführt, das zart und verklärt ausklingt. Auch „Sudden Departures“ von Robert Lombardo (*1932) beginnt mit äußerst zarten Klängen, bei denen das Tremolo der Mandoline zuweilen wie im Wind verhaucht, Sein fast 10minütiges Stück war ursprünglich ein Werk für Flöte und Gitarre, das der Komponist dann für Mandoline und Gitarre eingerichtet hat. Von der Anlage her dürfte das Stück das einzige der Platte sein, das man als zeitgenössisch bezeichnen könnte. „Das einsätzige Werk besteht aus vielen kurzen Abschnitten mit kontratsierendem Charakter und Tempo, die mehrfach in wörtlicher und modifizierter wieder auftauchen.(...) Dem Stück liegen zwei gegensätzliche Stimmungen zu Grunde: langsam, lyrisch und ausdrucksvoll und rhythmisch bestimmt.“ So charakterisiert der Komponist das Werk, in dem die beiden Instrumente in einem fast geheimnisvollen Dialog treten, der immer wieder neue Klangfarben offenbart. Vielleicht ist gerade dieses moderne Werk charakteristisch für das traumhafte Zusammenspiel der beiden Instrumentalisten, für die rege Kommunikation und die farbenreiche Klangpalette, die sie bei allen Stücken ausbreiten. Bemerkenswert auch, dass die Mandoline bei diesen Stücken einen selten gehörten Klangreichtum einbringt, der sich völlig selbstverständlich mit dem der Gitarre misch. „Chilli con Tango“ verführt zwar mit seinem Titael in populäre Gefilde, bringt aber statt Tango viel mehr!
CD Service, Peter Maier

While one might expect a CD of six mandolin and guitar duos to sound like a cross between a serenade and a travelogue, the actual results make for absorbing listening. The young German team of Ahlert and Schwab is the most active duo of its kind and has commissioned any number of composers to write especially for them. Two of the pieces on this disc are commissions: Hans Boll's short, energetic "Prelude," and Thomas Schmidt-Kowalski's lovely, tonal Romeo und Julia Fantasie G-Dur, op. 82. Bay Area expatriate composer Beth Anderson, who studied at Mills and UC Davis before moving to New York where she serves on the faculty of the Greenwich House Music School, contributes a special arrangement of her lovely "September Swale," with its delightful mixture of oriental tonalities and Kentuckian flashbacks. The famed Egberto Gismonti's Forrobodo offers the exciting rhythms and color one expects from him, while Robert Lombardo's "Sudden Departures," especially arranged for the duo, proves the most harmonically adventuresome and mysterious (if slightly melodramatic) work on the disc. The title work, Jaime Mirtenbaum Zenamon's Chilli con Tango, op. 89, no. 2, offers a surfeit of melodic energy, albeit less tame than the notion of dancing hot peppers suggests. With several of the composers contributing their own liner notes, this well-recorded, definitive import comes warmly recommended.
Seattle Weekly, March 22, 2001, Jason Serinus

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Kontakt

Duo Ahlert & Schwab GbR
Espenweg 40
59192 Bergkamen
Fon: +49 (0)2307 4381635
e-mail: duo (at) ahlert-schwab.de